Juni 2026
Nach langer Planungszeit wurde im Juni 2026 das erste Stück des ersten von drei Bauabschnitten eröffnet und das Wasser vom Kanal in das umgelegte, aufgeweitete Flussbett geleitet. Das Bild muss sich noch entwickeln, doch das Ökosystem wächst bereits zusehends: Unter anderem sind mehrere Paare des stark gefährdeten Flussregenpfeifers zu beobachten; in den extra für sie eingerichteten Unterständen tummeln sich die Fische. Und auch das Bachbett mit einer Niedrigwasserrinne und einem bis zu 70 Meter breiten Uferstreifen hat bereits verschiedene Bewährungsproben hinter sich: Die Hochwasser im Frühjahr suchten sich im breiten Bachraum ihren Weg, was für die erwünschte Dynamik sorgt; und die Niedrigwasserrinne führte bislang auch im sehr trockenen Sommer stets Wasser.
Als Treiber für die möglichst rasche Entwicklung der wertvollen Ziel-Ökosysteme im Uferraum kam die Methode der Direktbegrünung zum Einsatz: Spezialisten suchten hochwertige Feuchtwiesen ähnlicher Artenzusammensetzung, wie sie an der Glatt entstehen soll. Die Mahd dieser «Spenderwiesen» wurde an den Glattufern verteilt. So wurden nicht nur wertvolle Pflanzensamen, sondern auch Kleininsekten und Mikroorganismen in den neuen Lebensraum eingebracht. Auf dieser Basis kann sich das Leben von Anfang an in die gewünschte Richtung entwickeln. Durch natürliche Ausbreitung würde das erstens viel länger dauern und zweitens wäre es unwahrscheinlich, dass die gewünschten, selten gewordenen Arten Fuss fassen könnten, müssten sie doch erst einmal den Weg ins Gebiet finden und sich zudem gegen dominante häufigere Arten durchsetzen.
Wann die nächsten Bauetappen beginnen können, hängt von Abklärungen zum Umgang mit den PFAS-belasteten Böden im Perimeter ab. Wir hoffen auf baldige Fortsetzung!