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Fotografie: Patrick Klötzli
Fotografie: Patrick Klötzli
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Westast

Bewegungsraum mit Aufenthaltsqualität

Das ehemalige Industriegebiet Zürich-West gehört zu bedeutendsten Entwicklungsgebieten der Stadt. Der Westast erschliesst das Quartier als zentrale Verkehrsachse. Hier geht die Autobahn in eine städtische Hauptstrasse über, neue Unternehmen und die  ZHDK (Zürcher Hochschule der Künste) generieren Fussgänger- und Trambenutzerströme, die tageszeitlich starke Auslastungsschwankungen mit sich bringen,  neue Wohn- und Gewerbebauten fordern lebenswerte, kleinräumige Strukturen.

Im Zuge des Baus der neuen Tramlinie Zürich-West wurden auch die umliegenden Strassenräume neu gestaltet. Die Gestaltung verbindet robuste, hochwertige Funktionalität mit gezielten Interventionen, die dem Raum auf den verschiedenen Wahrnehmungsebenen Atmosphäre verleihen. Der Verkehr und die industrielle Nutzung geben den Massstab der neuen Stadtlandschaft zwischen Escher-Wyss-Platz und Bahnhof Altstetten vor. In diesem Kontext werden die Tramhaltestellen und ihre Infrastruktur zum Gestaltungselement mit Wiedererkennungswert: hochwertige Standardelemente werden durch die Farbgebung in Anthrazit zur quartierspezifischen Möblierung. Einheitliche, im gesamten Projekt wiederkehrende Beläge und Oberflächen sowie die Möblierungs- und Beleuchtungselemente bringen Einfachheit und Einheit in das Erscheinungsbild des Strassenraums.

Das Baumkonzept – ausschliesslich einheimische Arten wie Säuleneiche oder Linde – vermittelt zwischen der baulichen Dimension und dem menschlichen Massstab. Es rhythmisiert und differenziert den Strassenraum über die Artenwahl und Wuchsform. Abgeschrägte Streifen mit Pioniervegetation übertragen diesen Rhythmus auch auf die Tramgleise.

Zwei  Interventionen strukturieren den Westast und durchbrechen die Dynamik des Verkehrsflusses: Die «Grüne Wand» vor den Migros-Gebäuden bringt vom zarten, vielfältigen Grün im Frühjahr bis zum auffälligen Blätterkleid im Herbst Leben und Farbe in den urbanen Raum. Nachts wird das beleuchtete Rankgerüst zur lebendigen Lichtinstallation. Wo die Autobahn in die Bernerstrasse übergeht, signalisiert eine ungewöhnliche Grünfläche den Beginn der Stadt: Die überdimensionierte Verkehrsinsel nimmt auf 6000 Quadratmetern mehrere Baumkörper aus über 80 Laub- und Nadelbäumen auf. Im mageren Substrat wachsen Moose und Flechten, wogende Gräser und Blumen, die einen jahreszeitlich wechselnden, farbenfrohen Teppich bilden. Zugänglich ist dieser Park nicht. Er bleibt – gleichsam als Gegenentwurf zur städtischen Dichte – eine Oase für das Auge, aber auch für Pflanzen und Tiere inmitten der Asphaltwüste.

Auftraggeber

Verkehrsbetriebe Zürich, Tiefbauamt der Stadt Zürich, Tiefbauamt des Kantons Zürich

Ort

Zürich

Zeitraum

2003-2009: Planung
2009-2011: Realisierung

Leistungen

Projektierung, Ausschreibung,
Ausführung Grün- und Freiflächen,
Gestalterische Leitung

Zusammenarbeit

Elektrizitätswerk der Stadt Zürich
envico AG
Feddersen + Klostermann
Grün Stadt Zürich
Ingenieurgemeinschaft WWI/B&H


↓ Der bizarrste Park von Zürich - Tagesanzeiger 11.11.2011
↗ www.stadt-zuerich.ch/gsz
↗ www.envico.ch
↗ www.ewz.ch
↗ www.fkurb.ch