Umgebung HPZ
2013_P_02_141119_Schnitte
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HPZ Niederurnen

Die spielerische Ästhetik des Flächenmanagements

Der Neubau des Heilpädagogischen Zentrums Niederurnen stellt hohe Anforderungen an den Aussenraum. Erschliessung, Anlieferung und Besucherzufahrt fordern pragmatische Funktionalität, der Schulalltag hochwertige, übersichtlich organisierte Pausenflächen, der Internatsbetrieb privatere Nutz- und Rückzugsräume, welche die Intimität des Gartens mit der nötigen Sicherheit und Barrierefreiheit verbinden. Der nahe Rautibach ist zugleich attraktiver landschaftlicher Hintergrund und Gefahrenquelle, der Spazierweg an seinem Ufer die Schnittstelle zum Leben im Ort. Die Aussenraumgestaltung fasst das komplexe Flächenmanagement in einen vielschichtigen Garten, der in zwei Bereiche mit unterschiedlicher Nutzung und Atmosphäre gegliedert ist.

Auf kleinem Raum überlagern sich unterschiedliche Zonen zu einem multifunktionalen, differenzierten, Teppich: Ein durchgängiger, oberflächenbehandelter Asphaltboden bildet die Bewegungsebene für sämtliche Nutzungen: Vor dem Schulgebäude für Besucher und den motorisierten Verkehr, neben und hinter dem Bau für Rollschuhe wie für Rollstühle, für kleine wie grosse Füsse, für Bälle wie für anderes Spielgerät. Ein farblicher Wechsel im Belag markiert den Übergang vom stärker frequentierten Schulbereich zum ruhigeren Internat. Über die gesamte Asphaltfläche hinweg bilden frei verteilte Nutzungsinseln ein abstraktes Muster: Variabel eingefasste Rasen-, Grün- und Nutzflächen verschiedener Grösse, Form und Gestaltung schaffen alltagstaugliche Vielfalt. Sie bieten sich für Spiel, Aufenthalt, Bewegung und Therapie an. Für die nötige Distanz zu den Innenräumen sorgen hausnahe Pflanzflächen.  Erlen und schmalblättrige Eschen spenden Schatten und spannen den Bogen zu den gewässertypischen Baumarten am Mülibach. Bergahorne weisen den Zugang und bilden den Übergang zur offenen Landschaft.

Eine abgestufte Umfriedung aus Blütensträuchern, Gräsern, Stauden verleiht der Anlage die Atmosphäre eines grossen Hausgartens, der alles umfassende Zaun verschwindet in diesem grünen Gürtel. Die präzise Höhenstaffelung des Saumes gestattet immer wieder Ein- und Ausblicke auf den Gewässerraum und den Uferweg.

Auftraggeber

Glarner Gemeinnützige

Ort

Niederurnen

Zeitraum

2014: Studienauftrag
2014–2016: Projektierung
2016: Realisierung

Leistungen

Studienauftrag 2014, 1.Preis
Voraussichtlich alle Leistungsphasen

Zusammenarbeit

amjgs Architektur AG, Zürich
Bienert Kintat Architekten, Zürich

↗ www.amjgs.ch
↗ www.bk-arch.ch